My so-called Luck

Ein Blog, der all den kleinen inspirierenden Dingen des Lebens gewidmet ist.

Category: Kultur Page 1 of 29

Harry Potter and the Cursed Child // Harry Potter und das verwunschene Kind!

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Deutscher Titel: Harry Potter und das verwunschene Kind

Als großer Harry Potter Fan war ich ja etwas skeptisch, was den achten Teil der Reihe angeht: Harry Potter and the Cursed Child ist eigentlich ein Theaterstück von Jack Thorne, basierend auf einer Geschichte von Joanne K. Rowling und John Tiffany.

Das dazu erschienene Buch ist das Skript des Stücks. Zu dieser ungewöhnlichen Darstellungsform kommt noch hinzu, das die Geschichte 19 Jahre später spielt: Harry und Ginny sind verheiratet und der jüngste ihrer drei Kinder, Albus Severus Potter, findet sowohl an der Berühmtheit seines Vater als auch an seinen Schulkameraden in Hogwarts wenig Gefallen. Nur mit Scorpius, dem Sohn von Draco Malfoy, verbindet ihn eine tiefe Freundschaft.

In seiner Rebellion gegen Harry setzt es sich Albus in den Kopf, Cedric Diggory zu retten – genau den Cedric, der vor vielen Jahren am Ende des Trimagischen Turniers von Lord Voldemort umgebracht worden ist. Albus überredet Scorpius, ihm dabei zu helfen. Natürlich hat das alles schreckliche Konsequenzen…

Tatsächlich hat mich das Buch wieder in die Welt von Hogwarts und Harry Potter zurücktransportiert. Ich mochte das Wiedersehen mit vielen alten Bekannten – selbst mit einigen vor langer Zeit verstorbenen. Es hat sich also doch gelohnt, das Buch zu lesen – es war ein kurzweiliger unterhaltsamer Zeitvertreib. Und ganz bestimmt schaue ich mir das Theaterstück an, wenn es endlich in Hamburg startet.

Ich wünsche Euch einen zauberhaften Start in die neue Woche :)!

Chris Mooney: The Snow Girls!

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Crime Time: The Snow Girls von Chris Mooney

The Snow Girls von Chris Mooney ist ein super gemachter und spannender Krimi, der sich perfekt eignet für graue kalte Wintertage.

Worum es geht: Ermittlerin Darby McCormick wird von einem Freund der Cold Cases Unit um Hilfe gebeten. Vor 11 Jahren ist ein kleines Mädchen verschwunden, der Fall bis heute nicht aufgeklärt und ihre Eltern verzweifelt. Der damalige Hauptverdächtige Pater Richard Byrne liegt mittlerweile im Sterben …und er will mit Darby McCormick reden. Doch was sie erfährt, ist zwar verstörend  – jedoch nicht so, wie sie es erwartet hätte.

The Snow Girls hat mich von der ersten Seite an gepackt und bis zum Ende gefesselt. Eine heiße Leseempfehlung für kalte Tage!

Habt eine spannende Woche voller toller Erlebnisse!

Dörte Hansen: Altes Land!

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Endlich gelesen: Altes Land von Dörte Hansen

Es gibt Bücher, die will man eigentlich unbedingt lesen und dann kommt man irgendwie doch nie dazu. Mit Altes Land von Dörte Hansen ging es mir so. Zum Glück gibt es für solche Fälle meinen Literaturkreis. Hier entscheiden wir gemeinsam, was als nächstes gelesen werden soll und so fällt die Wahl oft auf Bücher, die schon lange auf der To-Do-Liste oder im Bücherschrank stehen.

Altes Land spielt genau dort – im Alten Land, vor den Toren Hamburgs. Hier ticken die Uhren noch anders. Seit mehr als sechzig Jahren lebt Vera Eckhoff in einem alten Bauernhaus. Einst kam sie als Flüchtlingskind aus Ostpreußen selbst hier an, jetzt steht ihre Nichte Anne mit ihrem kleinen Sohn Leo vor ihrer Tür. Sie ist ebenfalls geflüchtet – aus Hamburg, vor einer gescheiterten Beziehung, einem Job, der sie nicht ausfüllt und den Über-Müttern aus Ottensen.

Ich bin sehr froh, das Buch endlich gelesen zu haben. An vielen Stellen musste ich herzhaft lachen, weil ich so viele Stereotypen aus Hamburg wiedergefunden habe. Das besondere aber sind Dörte Hansens Charakterbeschreibungen – ihre Figuren haben Ecken und Kanten. Gerade das macht sie unvergesslich.

Ich wünsche Euch einen tollen Start in eine Januarwoche, in der hoffentlich noch nicht alle Vorsätze über Bord gegangen sind 🙂

Meine Weihnachtsbücher 2018!

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Meine Weihnachtsbücher 2018

Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit  gönne ich mir ein oder zwei Weihnachtsbücher. Nichts ist schöner als mit Plätzchen, Kerzenlicht und einer Weihnachts-Romanze (oder auch einem Weihnachts-Krimi) auf dem Sofa zu entspannen.

Für diese Vorweihnachtszeit habe ich mir One Day in December (Ein Tag im Dezember) von Josie Silver und Dash & Lily’s Book of Dares (Dash & Lily – Ein Winterwunder) von Rachel Cohn und David Levithan ausgesucht.

One Day in December ist ein klassisches RomCom Buch: Laurie sieht aus dem Bus heraus einen Mann und ist sofort überzeugt: Das ist er, der Mann ihres Lebens. Ein Jahr später trifft sie ihn endlich wieder – er ist der neue Freund ihrer besten Freundin. Aber kann aus Liebe einfach “nur” Freundschaft werden? Ich bin erst zur Hälfte durch das Buch durch, kann es aber kaum noch aus der Hand legen. Es ist ein bisschen kitschig, aber nicht zu viel – genau das richtige für gemütliche Stunden.

Dash & Lily’s Book of Dares gehört in die “Young Adult” Kategorie und ist der erste Teil der Dash & Lily Reihe. Kurz vor Weihnachten entdeckt Dash in einer Buchhandlung ein rotes Notizbuch. Darin fordert Lily den Finder zu einem geheimnisvollen Spiel auf. Über das Notizbuch tauschen sie bald ihre Gedanken und Träume aus und schicken sich quer durch Manhattan… Ich hab noch nicht mit dem Lesen angefangen, erwarte aber ein mitreißendes Buch für mein (jung gebliebenes) Herz.

Habt eine schöne Dezemberwoche mit vielen gemütlichen (Lese-)Stunden :)!

Frankfurter Buchmesse 2018! #FBM18

*** Enthält unbezahlte, unbeauftragte Werbung ***Der Pavillon des Gastlandes Georgien bestand aus den 33 Buchstaben des georgischen Alphabets.

Die Frankfurter Buchmesse 2018 ist schon wieder etwas mehr als eine Woche her. Gastland war diesmal Georgien – mit einem tollen Pavillon, unheimlich vielen Neuübersetzungen und leckerer Bohnensuppe und Weißwein zur Happy Hour. Es war eine wunderbare Messe, voller inspirierender Momente und Begegnungen. Hier sind meine Highlights (und ganz unten auch noch drei Frankfurt-Tipps):

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Start in die neue Woche, voller schöner Momente!

Die inspirierendsten Zitate:“Ich war in Isolationshaft, war isoliert, aber nicht komplett abgeschnitten.” Deniz Yücel darüber, dass Beiträge für seine Freilassung bei ihm ankamen und ihm geholfen haben. Über das aktuelle Regime: “Das gefährliche ist, dass diese Herrschaft alles – und ich meine wirklich alles, bis zum Krieg – tun wird, um an der Macht zu bleiben. Sie haben schon sehr viel kaputt gemacht und ich fürchte, sie werden noch viel mehr kaputt machen.”

Krimiautorin Katrine Engberg (Krokodilwächter) über die Entwicklung ihrer Charaktere: “Ich versuche bei meinen Büchern, sie so zu schreiben, dass wenn der Plot oder der Mord wegfallen, trotzdem noch eine gute Geschichte bleibt. Für mich sind die Psychologie und die Beziehungen zwischen den Figuren wichtig.”

Volker Kutscher, Autor von Der nasse Fisch, der Vorlage zur Erfolgsserie Babylon Berlin: “1929 hat noch niemand richtig an den Erfolg der Nazis geglaubt; ich glaube nicht einmal die Nazis selbst.”

Bücher des Gastlandes Georgien:Besteller von Beka Adamaschwili: Ein erfolgloser Schriftsteller bring sich um und landet in der Literaturhölle. Er trifft Dante, Kafka, Hemingway – und begibt sich auf eine irre Reise.

Der Literaturexpress von Lasha Bugadze: Ein Autor bekommt die überraschende Einladung aus Deutschland, in einem Zug zusammen mit 99 weiteren Autoren quer durch Europa zu fahren. Eine Zugfahrt, die sein Leben verändern wird.

Der Held im Pardellfell von Schota Rustaweli: Das georgische Nationalepos modern erzählt (von Tilman Spreckelsen) und wunderbar illustriert (von Kat Menschik).

Die leckersten Kochbücher:The Great Outdoors – Winter Cooking von Markus Sämmer: 120 Rezepte für kalte Winterabende auf der Hütte oder am Lagerfeuer.

The Mezze Cookbook von Salma Hage: Klassische und moderne Mezze-Gerichte aus dem Nahen Osten.

NENI – Tel Aviv von Haya Molcho und Nuriel Molcho: Ein Reise-Kochbuch zur Trendmetropole Tel Aviv.

Die schönsten Kinderbücher:Würstchen – der Dackel von Mia Cassany und Mikel Casal: Mein absolutes Lieblingskinderbuch dieses Jahr! Dackel Würstchen ist unzufrieden mit seinem Namen, also geht er in den Streik.

Im Reich der Meerestiere: Eine wunderbar illustrierte Reise zu den Tieren und Pflanzen des Meeres.

Sonstige Bücher:Hysteria von Eckart Nickel: Die Himbeeren im Biomarkt sind ungewöhnlich pink. Auf der Suche nach dem Rätsel ihrer Beschaffenheit und Herkunft gerät Bergheim, Hauptcharakter dieses schrillen Romans, immer tiefer in eine kulinarische Dystopie.

Jena 1800 – Die Republik der freien Geister von Peter Neumann: Jena 1800: Eine Generation von jungen Dichtern und Philosophen beschließt, die Welt neu zu denken, darunter die Brüder Schlegel mit ihren Frauen, der Philosoph Schelling und der Dichter Novalis. Sie alle treffen sich in der thüringischen Universitätsstadt, um eine „Republik der freien Geister“ zu errichten.

Heimat – Ein deutsches Familienalbum von Nora Krug: Die Deutsch-Amerikanerin Nora Krug macht sich auf eine literarisch-grafische Spurensuche in die Vergangenheit ihrer Familie: Was hatte die Fahrschule ihres Großvaters mit dem jüdischen Unternehmer zu tun, dessen Chauffeur er vor dem Krieg gewesen war? Und was sagen die mit Hakenkreuzen dekorierten Schulaufsätze über ihren Onkel, der mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg fiel? Ein ganz besonderes Buch, das keine leichte Kost ist und trotzdem gelesen und angesehen werden will.

Meine Tipps für einen Besuch in Frankfurt am Main:

Chiang Mai, Hasengasse 21: Ein ganz besonderer Thai-Massage-Salon. Super zum Abschalten und Entspannen.

L’Art Sucré, Große Bockenheimer Straße 25 (Fressgass): Ein Café mit französische Pâtissier- und Chocolatierkunst. Hier gibt es die leckersten Macarons!

Ding Ding Sheng, Moselstr. 23: Ein authentisches chinesisches Restaurant (mit vielen asiatischen Gästen).

Lucille Kaffeehaus, Friedberger Landstraße 100: Hier gibt es das perfekte Frühstück in einer supernetten, entspannten Atmosphäre.

Greer Hendricks & Sarah Pekkanen: The Wife Between Us!

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Wann war das letzte Mal, dass Ihr ein Buch nicht aus der Hand legen konntet? Dass Ihr tagsüber auf Arbeit schon überlegt habt, wann Ihr endlich zu Eurem Buch zurückkehren könnt? Ein Buch, das bis zur letzten Seite spannend und rätselhaft blieb? Die letzten Bücher, mit denen es mir so ging, waren Gone Girl und The Girl on the Train.

…Mit The Wife Between Us von dem Autorenduo Greer Hendricks und Sarah Pekkanen war es jetzt fast noch schlimmer. Ich bin kaum noch ins Bett gekommen, weil ich mich nicht von dem Buch trennen konnte.

Zwei sehr kurze Nächte später unterhielt ich mich mit meiner Kollegin Jacky, die ebenfalls recht müde aussah. Wir berichteten beide, dass wir uns in einem Buch festgelesen hatten und unsere Männer bereits lange vor uns im Bett lagen. Welches Buch hat Jacky wohl gelesen? Richtig: The Wife Between Us! Steven Spielberg hat sich bereits die Filmrechte gesichert. Der Mann weiß eben, was gut ist :).

Inhalt:

Nellie steht kurz vor der Heirat mit ihrem Traummann Richard. Alles könnte so schön sein, wären da nicht diese seltsamen anonymen Anrufe und dieses ungute Gefühl jemand könnte sie beobachten…

Vanessa ist Richards Exfrau. Ihr Leben ist völlig aus den Fugen geraten. Sie lebt bei ihrer Tante und arbeitet – wenn sie nicht gerade verkatert ist – als Verkäuferin in einem Modegeschäft. Richards Verlobte behält Vanessa lieber im Auge.

Ein Buch bei dem nichts so ist, wie es scheint – mit großartigen Twists. Unbedingt lesenswert!

Habt einen schönen Start in eine Woche voller unvorhergesehener, großartiger Ereignisse!

Joachim Meyerhoff: Die Zweisamkeit der Einzelgänger!

Eine Sache, die vor nunmehr drei Jahren mit mir aus Osnabrück nach Hamburg gezogen ist, ist mein Literaturclub. Unser illustrer Kreis besteht aus vier Mädels, die lustigerweise alle irgendwann einmal in Osnabrück gelebt haben. Unser allererstes gemeinsames Buch, das wir in Hamburg zusammen gelesen haben, war Joachim Meyerhoffs Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. Nun ist mit Die Zweisamkeit der Einzelgänger der vierte Teil der Reihe herausgekommen und natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, auch dieses Buch zu lesen :).

Inhalt des Buches:

Auch diesmal erzählt Joachim Meyerhoff aus seinem eigenen Leben: Das Studium an der Schauspielschule in München ist beendet und er bekommt erste Engagements am Theater. Zunächst in Bielefeld, wo er auf die exzentrische und intellektuelle Hanna trifft, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Er wechselt zum Theater nach Dortmund und trifft dort auf die hemmungslose Franka, mit der er eine intensive Affäre beginnt. So pendelt Joachim Meyerhoff zwischen seinem Leben in Bielefeld mit Hanna und in Dortmund mit Franka. Dabei wechselt er nicht nur die Frauen, sondern auch seine Persönlichkeiten: In der einen Stadt ist er der brave, belesene Freund, in der anderen der leidenschaftliche, niemals schlafende Lover. Doch irgendwann gerät alles durcheinander. Und dann ist da auch noch Ilse, die Bäckersfrau…

Ist das Buch lesenswert?

Na klar: Seit ich Joachim Meyerhoff das erste Mal seine Texte vorlesen gehört habe, kann ich keinen von ihm geschriebenen Satz mehr lesen, ohne seine unverwechselbare Art und Weise einzelne Wörter und Silben zu betonen, in meinem Kopf zu haben. Seine Geschichten sind unterhaltsam und seine Kreationen an Wortbildern spektakulär (“Histaminhirni” oder “Wabbelfluchtversuche”). Am besten ist Joachim Meyerhoff für mich jedoch trotzdem, wenn er Anekdoten aus seiner Kindheit erzählt. Zum Glück gibt es davon auch in diesem Buch wieder reichlich und so verzeiht man ihm auch die ein oder andere Länge, die sich hin und wieder in seine ausführlichen Berichte über die Theaterwelt oder sein verworrenes Liebesleben einschleicht.

Habt einen schönen Start in eine Woche voller wunderbarer Ereignisse!

**Dieser Post muss (mal wieder) als Werbung gekennzeichnet werden. Gekauft habe ich das Buch trotzdem selbst und nein, ich bekomme kein Geld oder irgendwelche Leistungen für diese Buchvorstellung.**

Laura Tait & Jimmy Rice: Das Beste, das mir nie passiert ist!

Bild: Franzi.

Es gibt einfach Momente, da braucht man Literatur fürs Herz. Zum Glück gibt es meinen großen Stapel ungelesener Bücher, der für den Fall der Fälle immer etwas parat hat. Das Beste, das mir nie passiert ist (Im englischen Original: The Best Thing That Never Happend To Me) von dem Autorenduo Laura Tait und Jimmy Rice eignet sich ganz hervorragend für solche Momente :).

Idee des Buchs:

Holly und Alex waren schon zu Schulzeiten beste Freunde … na gut, eigentlich waren beide heimlich ineinander verliebt, haben es aber nie geschafft es sich zu gestehen. Dann zog Holly zum Studium nach London, Alex blieb allein in der provinziellen Heimatstadt zurück und der Kontakt zwischen den beiden brach ab.  Zehn Jahre später zieht Alex nach London. Das hat natürlich nichts mit Holly zu tun, zumindest redet er sich das ein. Holly ist auch nur an Freundschaft interessiert, schließlich hat sie bereits eine (heimliche) Beziehung mit ihrem Boss. Oder ist da etwa doch mehr?

Was ist besonders toll an dem Buch?

Wie schon gesagt, es ist ein Buch fürs Herz – keine hohe Literatur, aber auch nicht triefend vor Romantik. Es geht um verpasste Gelegenheiten, zweite Chancen und den Mut, den es braucht zu sich, seinen Träumen und Gefühlen zu stehen. Genau das richtige für ein paar gemütliche Stunden auf dem Sofa/dem Liegestuhl.

Habt einen entspannten Start in eine Woche voller schöner Stunden!

**Ist das jetzt Werbung, weil ich auf das Buch verlinke? Wahrscheinlich schon. Gekauft habe ich das Buch trotzdem selbst und nein, ich bekomme kein Geld oder irgendwelche Leistungen für diese Buchvorstellung. Muss diese Passage jetzt zukünftig unter alle meine Beiträge? Wahrscheinlich ja – ich entschuldige mich jetzt schon dafür.**

Kathrin Weßling: Super, und dir?

©Bild: Franzi.

Manche Bücher wagen es, das Leben zu erzählen, wie es ist. Zum Glück hat Kathrin Weßling mit Super, und dir? so ein Buch geschrieben.

Idee des Buchs:

Marlene ist 31 Jahre alt und startet gerade beruflich richtig durch – nun ja, sie hat zumindest eine Art super Trainee-Stelle als Community Managerin für einen Konzern, den jeder kennt. Einen tollen Freund hat sie auch. Allerdings sieht sie den nicht mehr so oft, weil sie ständig arbeitet oder sich auf irgendwelchen sozialen Events rumtreibt, bei denen man für den Konzern eben dabei sein muss. Um durchzuhalten hat Marlene ihre eigenen Mittel – in Tablettenform und später auch in Form von weißem Pulver. Doch verträgt sich dieses Leben auf lange Zeit mit ihrer Beziehung, ihrem Job und ihrer (geistigen) Gesundheit? Kathrin Weßling nimmt ihre Leserinnen und Leser auf eindrucksvolle Art mit in den Strudel, der aus einem hochmotivierten, lieben Mittelstandsmädchen einen Junkie am Rande der Existenz werden lässt.

Was ist besonders toll an dem Buch?

Kathrin Weßling erzählt unbarmherzig da weiter, wo andere Autoren Schluss machen: Die sogenannte “Generation Y” ist auch bei ihr cool, erfolgreich, macht Party, hat Spaß und ist trotzdem hochmotiviert. Aber Kathrin Weßling geht weiter. Sie zeigt deutlich und knallhart wie beschissen die Realität oft aussehen kann: Unterbezahlte Jobs ohne Wertschätzung, die die Seelen auffressen und eine Partygesellschaft, die scheinbar leicht und unbeschwert ist, in Wahrheit aber doch die Seelen einer jungen Generation mit chemischen Substanzen zerfrisst.

Ich würde gerne behaupten, dass das ein Buch ist, das mit seinen Übertreibungen eine Warnung sein soll. Leider habe ich dafür schon zu viel gesehen und erlebt. Dieses Buch ist die schonungslose Darstellung, eines Lebens, das für eine ganze Generation bittere Realität ist. Ein Buch, vor dem ich meinen Hut ziehe. Chapeau Frau Weßling :).

Habt einen entspannten Start in eine Woche voller Leben!

Michael Nast: Egoland!

©Bild: Franzi.

Eigentlich schreibe ich hier ja nur über Dinge, die mich inspirieren und glücklich machen. Nun ja, Egoland von Michael Nast hat mich vielleicht nicht glücklich gemacht, aber inspirierend war es dann irgendwie doch: Beim Prolog des Buches hat es mir den Atem verschlagen. So eine Wahnsinns-Grundidee verpackt in einen tollen Stil habe ich den Episoden-Schreiber Michael Nast nicht zugetraut. Eine Seite weiter war die Enttäuschung dann groß: Herr Nast kehrte zu seinem alten Ich zurück und schrieb vor allem … über sich selbst. Und über Berlin als eine Stadt voller Narzissten. Kurz gefasst: Super Idee, die Umsetzung ist leider ein Flop.

Idee des Buchs:

Ein junger Autor stirbt. Die Aufzeichnungen zu seinem nächsten Roman fallen einem befreundeten Autor in die Hände. Aus den Notizen und Mitschnitten des Verstorbenen entsteht „Egoland“, eine Geschichte voller Intrigen, inspiriert von realen Ereignissen im Leben des Toten.

Schauplatz der Geschichte ist Berlin, ihre Protagonisten sind Archetypen der „Generation Beziehungsunfähig“: Sie sind Narzissten und Egomanen, leben aneinander vorbei, rauchen, trinken und haben Sex. Wichtig ist ihnen nicht, wer sie sind, sondern wie sie von außen wahrgenommen werden. Diese digital-verseuchten Großstädter hängen an ihren Smartphones, als ginge es um ihr Leben. Ihre „Alles gut“-Mentalität kann langfristig jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass eigentlich gar nichts gut ist.

Anspruch des Buchs:

Michael Nast wird als Stimme der „Generation Beziehungsunfähig“ gefeiert. Hier versucht er sich das erste Mal an einem Roman, der einen Einblick in die Lebenswelt der Mittzwanziger bis Enddreißiger gibt: Ständig auf der Suche nach Bestätigung, ob im Job, der Liebe oder auf ihren Instagram-Accounts, verkörpern sie eine Generation unempathischer Egomanen.

Was ist toll an dem Buch?

Die Grundidee einer Geschichte in einer Geschichte ist wunderbar, verspricht Großes und macht Lust auf mehr. Der Prolog ist geheimnisvoll und so authentisch geschrieben, das man gar nicht anders kann, als nach dem Namen „Andreas Landwehr, Schriftsteller“ zu googeln.

Warum es sich trotzdem nicht lohnt, dieses Buch zu lesen:

Ab dem ersten Kapitel verschwindet leider jede Spannung: Der Plot wird langatmig und vorhersehbar.

Die Charaktere bleiben flach, austauschbar und voller Stereotypen. Es tauchen zu viele Namen auf, zu viele zu ähnliche Personen – man verliert leicht den Überblick.

Leider ist das Buch auch nicht gut lektoriert: Die 1. Auflage weist enorm viele Grammatik- und Rechtschreibfehler auf, die in ihrer Häufung nerven.

Schreibstil: Der bemüht-intellektuelle Anspruch von Herrn Nast endet häufig in Schlangensätzen oder Halbsätzen, die noch einmal erklären, was man zuvor bereits gelesen hat. Für Kolumnen mag das funktionieren. Ein Roman verzeiht diese Langatmigkeit und das Unvermögen, sich auf den Punkt genau ausdrücken zu können, leider nicht.

Es gibt wenig Raum für die Fantasie des Lesers: Obwohl die Protagonisten nur wenig Tiefe besitzen, gibt der Autor jeden ihrer Gedanken vor. Dem Leser wird damit nicht zugetraut, eigene Schlüsse aus dem Verhalten der Protagonisten zu ziehen. Damit schwillt das Buch auf über 400 Seiten an – für eine Geschichte, die auch gut (und vielleicht sogar besser) auf 200 Seiten gepasst hätte.

Habt einen inspirierenden Start in die neue Woche, die nicht nur fulminant beginnen, sondern auch genauso enden soll :)!

P.S. Diese Kritik ist bereits hier erschienen – ich bin schneller als Stephan durch das Buch gekommen und hatte mehr dazu zu sagen, weshalb ich ihm ausnahmsweise die Kritik für Vorablesen verfasst habe. Euch wollte ich sie aber auch nicht vorenthalten ;).

 

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