My so-called Luck

Ein Blog, der all den kleinen inspirierenden Dingen des Lebens gewidmet ist.

Tag: Buchbesprechung

Dörte Hansen: Altes Land!

Endlich gelesen: Altes Land von Dörte Hansen

Es gibt Bücher, die will man eigentlich unbedingt lesen und dann kommt man irgendwie doch nie dazu. Mit Altes Land von Dörte Hansen ging es mir so. Zum Glück gibt es für solche Fälle meinen Literaturkreis. Hier entscheiden wir gemeinsam, was als nächstes gelesen werden soll und so fällt die Wahl oft auf Bücher, die schon lange auf der To-Do-Liste oder im Bücherschrank stehen.

Altes Land spielt genau dort – im Alten Land, vor den Toren Hamburgs. Hier ticken die Uhren noch anders. Seit mehr als sechzig Jahren lebt Vera Eckhoff in einem alten Bauernhaus. Einst kam sie als Flüchtlingskind aus Ostpreußen selbst hier an, jetzt steht ihre Nichte Anne mit ihrem kleinen Sohn Leo vor ihrer Tür. Sie ist ebenfalls geflüchtet – aus Hamburg, vor einer gescheiterten Beziehung, einem Job, der sie nicht ausfüllt und den Über-Müttern aus Ottensen.

Ich bin sehr froh, das Buch endlich gelesen zu haben. An vielen Stellen musste ich herzhaft lachen, weil ich so viele Stereotypen aus Hamburg wiedergefunden habe. Das besondere aber sind Dörte Hansens Charakterbeschreibungen – ihre Figuren haben Ecken und Kanten. Gerade das macht sie unvergesslich.

Ich wünsche Euch einen tollen Start in eine Januarwoche, in der hoffentlich noch nicht alle Vorsätze über Bord gegangen sind 🙂

Joachim Meyerhoff: Die Zweisamkeit der Einzelgänger!

Eine Sache, die vor nunmehr drei Jahren mit mir aus Osnabrück nach Hamburg gezogen ist, ist mein Literaturclub. Unser illustrer Kreis besteht aus vier Mädels, die lustigerweise alle irgendwann einmal in Osnabrück gelebt haben. Unser allererstes gemeinsames Buch, das wir in Hamburg zusammen gelesen haben, war Joachim Meyerhoffs Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. Nun ist mit Die Zweisamkeit der Einzelgänger der vierte Teil der Reihe herausgekommen und natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, auch dieses Buch zu lesen :).

Inhalt des Buches:

Auch diesmal erzählt Joachim Meyerhoff aus seinem eigenen Leben: Das Studium an der Schauspielschule in München ist beendet und er bekommt erste Engagements am Theater. Zunächst in Bielefeld, wo er auf die exzentrische und intellektuelle Hanna trifft, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Er wechselt zum Theater nach Dortmund und trifft dort auf die hemmungslose Franka, mit der er eine intensive Affäre beginnt. So pendelt Joachim Meyerhoff zwischen seinem Leben in Bielefeld mit Hanna und in Dortmund mit Franka. Dabei wechselt er nicht nur die Frauen, sondern auch seine Persönlichkeiten: In der einen Stadt ist er der brave, belesene Freund, in der anderen der leidenschaftliche, niemals schlafende Lover. Doch irgendwann gerät alles durcheinander. Und dann ist da auch noch Ilse, die Bäckersfrau…

Ist das Buch lesenswert?

Na klar: Seit ich Joachim Meyerhoff das erste Mal seine Texte vorlesen gehört habe, kann ich keinen von ihm geschriebenen Satz mehr lesen, ohne seine unverwechselbare Art und Weise einzelne Wörter und Silben zu betonen, in meinem Kopf zu haben. Seine Geschichten sind unterhaltsam und seine Kreationen an Wortbildern spektakulär (“Histaminhirni” oder “Wabbelfluchtversuche”). Am besten ist Joachim Meyerhoff für mich jedoch trotzdem, wenn er Anekdoten aus seiner Kindheit erzählt. Zum Glück gibt es davon auch in diesem Buch wieder reichlich und so verzeiht man ihm auch die ein oder andere Länge, die sich hin und wieder in seine ausführlichen Berichte über die Theaterwelt oder sein verworrenes Liebesleben einschleicht.

Habt einen schönen Start in eine Woche voller wunderbarer Ereignisse!

**Dieser Post muss (mal wieder) als Werbung gekennzeichnet werden. Gekauft habe ich das Buch trotzdem selbst und nein, ich bekomme kein Geld oder irgendwelche Leistungen für diese Buchvorstellung.**

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén